Hier finden Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen



Zum Thema Frauenhaus
Zum Verein Frauenhaus Hildesheim e.V.
Zur BISS und dem Gewaltschutzgesetz
Zur Gewalt gegen Frauen

Zum Thema Frauenhaus


Wie kann das Frauenhaus mir helfen?

Im Frauenhaus können Frauen, die von Gewalt (egal welcher Form) bedroht oder betroffen sind mit ihren Kindern eine sichere Zufucht finden. Im Frauenhaus finden Frauen die nötige Zeit, Ruhe und Unterstützung, sich Klarheit darüber zu verschaffen, was sie als nächstes tun wollen. Sie können mit Mitbewohnerinnen sprechen, die vielfach ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Zudem gibt es Unterstützung durch die Mitarbeiterinnen sich in der neuen Lebenssituation zurechzufinden und Perspektiven für die Zukunft zu erarbeiten.

 

 



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Wer kann ins Frauenhaus kommen?

Das Frauenhaus ist ein Ort für Frauen mit ihren Kindern, die von häuslicher Gewalt - das heißt Gewalt in der Familie oder Ex-Partnerschaft, betroffen sind. Es ist ein Angebot für Frauen jeden Alters, jeder Nationalität und Aufenthaltsstatus.

Auch Frauen, die wenig deutsch sprechen, können im Frauenhaus aufgenommen werden. Wir arbeiten dann mit Dolmetschern zusammen.

Frauen, die im Frauenhaus wohnen möchten, müssen in der Lage sein, sich grundsätzlich selbst zu versorgen und die Verantwortung für ihre Kinder selbst zu tragen. Das bedeutet auch, dass es möglich sein muss sich in Hildesheim außerhalb des Hauses zu bewegen - z. B. einkaufen zu gehen oder Behördengänge zu erledigen. 

Alle Frauen, die im Frauenhaus leben, müssen sich an die Hausordnung halten. Dies bedeutet zum Beispiel, dass kein Besuch empfangen werden darf und auch, dass sich jede Frau an dem allgemeinen Putzplan für die Gemeinschaftsräume beteiligt.

Jungen, die älter als 14 Jahre alt sind, können nicht im Frauenhaus leben. Für Kinder in diesem Alter kann aber dann gemeinsam nach einer anderen Lösung gesucht werden.

Generell sind fast alle Probleme lösbar! Sollten wir bei einem gemeinsamen Gespräch zu dem Ergebnis kommen, dass ein Frauenhaus nicht das richtige Angebot ist, können Alternativen gefunden werden. 



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Wie lange dürfen Frauen im Frauenhaus bleiben?

Es gibt keine vorgegebene zeitliche Befristung des Frauenhausaufenthaltes. Natürlich ist das Frauenhaus keine Dauerwohnung, sondern ein vorübergehender Schutz.



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Müssen die Frauen im Frauenhaus etwas bezahlen?

 

Für Frauen, die Leistungen nach SGB VIII empfangen (Harz 4) oder geringfügig beschäftigt sind, fallen keine Mietkosten an.

Frauen, die über ein höheres, regelmäßiges Einkommen verfügen, sollen sich an den Kosten im Frauenhaus beteiligen.

Von allen Frauen wird während der wöchentlichen Hausversammlung ein Beitrag für Telefonkosten und Putzmittel eingesammelt. Dieser beläuft sich auf 5 Euro pro Woche. Einmal im Monat wird zudem ein Vereinsbeitrag von 3 Euro verlangt.

 



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Kann ich meine Haustiere mitnehmen?

Nein. Tiere sind im Frauenhaus leider nicht erlaubt.

Es gibt die Möglichkeit Tiere zeitweise im Tierheim unterzubringen, jedoch ist dieses Angebot kostenpflichtig.



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Kann ich mich mit Freunden/Verwandten verabreden?

Es ist nicht erlaubt, sich im Frauenhaus oder am Frauenhaus zu verabreden.

An sich ist das Frauenhaus kein Heim und Bewohnerinnen dürfen sich frei in der Stadt bewegen- und sich so natürlich auch an anderen Orten mit Verwandten oder Freunden treffen.



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Muss ich mir mit anderen Frauen ein Zimmer teilen?

Nein. Jede Frau kann mit ihren Kindern im Frauenhaus in einem eigenen, abschließbaren Zimmer leben.



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Kann ich weiter arbeiten gehen?

Solange die Betreuung der Kinder organisiert ist und es sicher genug ist, ist es möglich weiter arbeiten zu gehen.

Wir können jedoch leider keine Fahrtkosten o.ä. übernehmen.



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Woher bekomme ich Geld zum Leben?

Wenn eine Frau ohne Geldreserven ins Frauenhaus kommt, kann sie vom Frauenhaus für die ersten Tage einen Vorschuss bekommen, um die Grundversorgung zu sichern. Schnellstmöglich werden dann z.B. über das Jobcenter Hildesheim Leistungen beantragt.

Für Opfer von Gewalt ist auch die Opferhilfe Hildesheim eine Anlaufstelle, um überbrückende finanzielle Hilfe zu beantragen.



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Gibt es Gemeinschaftsverpflegung?

Nein. Jede Frau bleibt für sich und ihre Kinder im Frauenhaus auch für die Verpflegung selbst verantwortlich.



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Zum Verein Frauenhaus Hildesheim e.V.


Wie finanziert sich der Verein?

Der Verein Frauenhaus Hildesheim e.V. finanziert sich über öffentliche Mittel der Stadt Hildesheim, des Landkreises Hildesheim und des Landes Niedersachsen sowie über Spenden und Bußgelder.



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Wie viele Mitarbeiterinnen gibt es?

Es gibt fünf sozialpädagogische Mitarbeiterinnen im Verein, die alle in Teilzeitstellen arbeiten.

Eine Mitarbeiterin ist verantwortlich für die BISS Beratungsstelle, die anderen vier für die Beratungsstelle für Frauen und das Frauenhaus.

Außerdem beschäftigen wir noch eine Hausmeisterin und eine Hauswirtschafterin im Frauenhaus.



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Können auch Männer im Verein arbeiten oder Mitglied werden?

Nein. Der Verein Frauenhaus Hildesheim e.V. ist ein Verein von Frauen und für Frauen und wird so ausschließlich von Frauen betrieben. Männer, die unsere Arbeit unterstützen möchten, können natürlich sehr gerne spenden.



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Wie hoch ist der Vereinsbeitrag für Mitglieder?

Der Vereinsbeitrag beträgt 3 EURO pro Monat, d.h. 36 EURO im Jahr.



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Welche Ausbildung haben die Mitarbeiterinnen?

Die Mitarbeiterinnen sind alle Sozialarbeiterinnen und/oder Sozialpädagoginnen.



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Kann ich als Ehrenamtliche helfen?

Bisher gibt es im Frauenhaus Hildesheim noch keine Strukturen, in denen Ehrenamtliche mitarbeiten.

Dennoch gibt es Möglichkeiten sich zu engagieren, indem Ehrenamtliche zum Beispiel ein Angebot für die Frauen und Kinder im Frauenhaus organisieren. Eine weitere Idee wäre die Beteiligung an Projekten der Öffentlichkeitsarbeit. Sprechen Sie uns einfach an! Wir freuen uns!



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Zur BISS und dem Gewaltschutzgesetz


Was passiert, wenn ich die Polizei rufe?

Eine Aufgabe der Polizei ist es, den Schutz vor Gewalt zu gewährleisten. Wenn Sie von Gewalt betroffen oder bedroht sind, können Sie die Polizei über die 110 zu Hilfe rufen. In solchen Notsituationen muss die Polizei grundsätzlich kommen.

In häuslichen Gewaltsituationen ist die Polizei dazu angehalten, Sie und Ihren Mann getrennt zu befragen, Sie über Unterstützungseinrichtungen und über die Notwendigkeit eines ärztlichen Attestes zu informieren.

Die Polizei kann Sie beim Verlassen der Wohnung unterstützen und ihren Mann an weiteren Gewaltanwendungen hindern, indem ggf. Maßnahmen wie Platzverweis oder Ingewahrsamnahme ergriffen werden.

Die Polizei sichert Beweise und fertigt eine Strafanzeige.



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Ist häusliche Gewalt strafbar?

Häusliche Gewalt ist strafbar.

Fast alle Erscheinungsformen häuslicher Gewalt stellen Handlungen dar, die nach dem Strafgesetzbuch mit Strafe bedroht sind: Sie reichen von der Beleidigung, Bedrohung und Nötigung, der Freiheitsberaubung und Körperverletzung über verschiedene Sexualdelikte bis hin zur versuchten und vollendeten Tötung



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Was bedeutet der polizeiliche Platzverweis?

Wenn in einem Fall häuslicher Gewalt die Polizei hinzu gerufen wurde und diese die Situation als weiterhin gefährlich einschätzt, kann die Polizei einen Platzverweis aussprechen. Der Täter muss dann sofort die Wohnung verlassen und auch den Hausschlüssel abgeben. Ein Platzverweis kann bis zu 14 Tagen ausgesprochen werden. Diese Zeit können die Betroffenen der Gewalt nutzen, um sich beraten zu lassen und die erforderlichen Schritte einzuleiten, z.B. sich vom Gericht die Wohnung zuweisen lassen.



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Kann ich in der Wohnung bleiben, die meinem Mann gehört?

Ja, auch der Eigentümer oder  Mieter kann aus der Wohnung gewiesen werden, wenn er Gewalt verübt.



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Zur Gewalt gegen Frauen


Wie viele Frauen betrifft häusliche Gewalt?

Laut einer repräsentativen Studie des BMFSFJ haben rund 25% aller in Deutschland lebenden Frauen schon einmal Formen körperlicher oder sexueller Gewalt (oder beides) durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner*innen erlebt (BMFSFJ 2004: 9). Das ist, statistisch gesehen, jede vierte Frau.

Jährlich werden in Deutschland etwa 60.000 Fälle Häuslicher Gewalt der Polizei gemeldet.

In Hildesheim zählt die Polizei jährlich rund 700-800 Fälle von häuslicher Gewalt. Wieviele Frauen sich jährlich allerdings nicht melden, ist unklar.

 



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Warum bleiben manche Frauen so lange in gewalttätigen Beziehungen?

Viele Frauen sind durch jahrelange Erfahrung von psychischer und körperlicher Gewalt und Demütigung so sehr in ihrem Selbstwertgefühl geschwächt, dass sie es kaum schaffen können, für sich einzustehen.

Zudem plagen viele Frauen Schuldgefühle. In unserer Kultur obliegt die Verantwortung für das Wohlergehen und die Harmonie in der Familie vor allen Dingen der Frau und Mutter.

Paradoxerweise hält viele Frauen auch die Sorge um ihre Kinder zurück - sie möchten ihren Kindern den ungewissen Schritt nicht zumuten, und vor allem ihnen den Vater nicht nehmen.

Zudem ist eine Trennung oft mit sehr vielen Ängsten verbunden: Zum Beispiel Angst vor der ungewissen Zukunft, der fehlenden finanziellen Mittel, der Einsamkeit -aber auch sehr oft ganz konkrete Angst vor ausgesprochenen Drohungen: "Wenn Du mich verlässt, bringe ich Dich/bringe ich die Kinder um".

 



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Sind auch Männer von häuslicher Gewalt betroffen?

Es gibt es auch Männer, die von häuslicher Gewalt betroffen sind.

Nimmt man die Zahlen der Polizei Hildesheim und bundesweit ist jedoch die Anzahl der bekannten Vorfälle häuslicher Gewalt gegen Männer viel geringer als die, in denen Frauen Opfer geworden sind. Zudem sind in einem Großteil der Gewalttaten gegen Männer auch männliche Täter verwickelt (z.B. Gewalt eines Vaters gegenüber seinem erwachsenen Sohn, Ex-Partner gegen aktuellen Partner einer Frau).

Die Dunkelziffer von häuslicher Gewalt gegen Männer ist sicherlich einiges höher und vor allem ziemlich unbekannt. Es gibt hier sicherlich Bedarf an Forschung und Unterstützungsangeboten.

Die BISS Beratungsstelle des Vereins Frauenhaus Hildesheim e.V. bietet grundsätzlich telefonische Erstberatung für alle Opfer von häuslicher Gewalt an. Weitergehend werden von unserer Seite aus jedoch nur Frauen betreut. Männliche Opfer, die intensivere Betreuung und Beratung möchten, können an andere Beratungsstellen vermittelt werden.



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